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Gemeinsam unterwegs

01.06.2026

DAV Konstanz kooperiert mit Car-ship

„Autos nutzen statt besitzen“ – dieser Gedanke steckt hinter dem Konzept des Carsharings. Was in Städten längst zum Alltag gehört, passt auch erstaunlich gut zum Alpenverein. Denn gerade für eine Sektion wie die unsere gilt: Wir brauchen nicht jeden Tag ein großes Fahrzeug, aber wenn wir eines brauchen, dann das richtige.

Für Touren, Familiengruppen, Jugendausfahrten oder Veranstaltungen werden regelmäßig Fahrzeuge mit vielen Sitzplätzen benötigt. Ein eigener Sektionsbus wäre jedoch die meiste Zeit ungenutzt – und damit weder wirtschaftlich noch besonders nachhaltig. Statt ein Fahrzeug überwiegend auf einem Parkplatz stehen zu lassen, setzen wir deshalb künftig auf gemeinschaftlich genutzte Mobilität.

Gemeinsam mit dem Konstanzer Carsharing-Anbieter Car-ship haben wir als Fahrzeugpate die Anschaffung eines neuen Elektro-Kleinbusses unterstützt. Herausgekommen ist ein Projekt, das ökologische Verantwortung, moderne Mobilität und praktische Vorteile für unsere Sektion verbindet.

Willkommen, EVO 1

Mit „EVO 1“ steht seit Kurzem ein Mercedes eVito mit acht Sitzplätzen bei Car-ship zur Verfügung. Der vollelektrische Kleinbus verfügt über Schnellladefunktion und rund 300 Kilometer Reichweite – ideal für Vereinsfahrten, Tourenwochenenden und Gruppenveranstaltungen.

Seinen festen Standort erhält das Fahrzeug am Bahnhof Reichenau. Dieser ist aus dem gesamten Landkreis gut erreichbar – sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Auto. Bei frühzeitiger Anmeldung kann das Fahrzeug zudem an andere Car-ship-Standorte im Raum Konstanz verlegt werden.

Das Besondere daran: EVO 1 ist kein klassischer „DAV-Bus“, sondern Teil eines gemeinschaftlichen Carsharing-Systems. Das Fahrzeug steht allen registrierten Car-ship-Nutzer*innen zur Verfügung. So wird das Auto möglichst effizient genutzt, statt den Großteil der Zeit ungenutzt herumzustehen.

Nachhaltiger unterwegs in die Berge

Gerade als Alpenverein beschäftigen wir uns zunehmend mit der Frage, wie nachhaltige Mobilität im Bergsport aussehen kann. Die Anreise verursacht bei vielen Touren den größten Teil der CO₂-Emissionen. Öffentliche Verkehrsmittel bleiben deshalb immer die erste Wahl, wenn sie praktikabel sind.

Gleichzeitig wissen wir aber auch: Nicht jede Tour lässt sich sinnvoll mit Bus und Bahn organisieren. Frühe Startzeiten, abgelegene Ausgangspunkte, Materialtransporte oder Gruppenfahrten machen ein Auto manchmal notwendig. Genau hier kann Carsharing eine gute Lösung sein.

Denn gemeinsam genutzte Fahrzeuge reduzieren den Bedarf an privaten Autos, sparen Ressourcen und fördern bewusstere Mobilität. Statt für jeden Zweck ein eigenes Fahrzeug vorzuhalten, werden vorhandene Fahrzeuge effizient genutzt.

Mit EVO 1 gehen wir außerdem einen weiteren Schritt Richtung klimafreundlicher Mobilität.

„Aber kommt man damit überhaupt in die Berge?“

Rund um Elektroautos halten sich weiterhin einige Vorurteile – besonders mit Blick auf längere Fahrten oder alpine Regionen. Unsere Erfahrungen und die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen jedoch: Gerade für unsere typischen Tourengebiete funktioniert Elektromobilität inzwischen erstaunlich gut.

Die meisten Fahrten der DAV Sektion Konstanz führen in die Schweiz, nach Vorarlberg oder nach Tirol. Besonders die Schweiz verfügt mittlerweile über eine sehr gut ausgebaute Ladeinfrastruktur. Schnellladestationen finden sich entlang der Hauptverkehrsachsen ebenso wie in vielen Tälern und Tourismusregionen. Auch in Österreich wurde das Ladenetz in den vergangenen Jahren stark erweitert.

Hinzu kommt: Viele unserer Fahrten bewegen sich ohnehin in einem Bereich, der mit einer Reichweite von rund 300 Kilometern problemlos machbar ist. Und wo früher lange Ladezeiten abschreckten, genügt heute oft eine kurze Pause unterwegs, die auch für das allgemeine Wohlempfinden und die Sicherheit aller Beteiligten sinnvoll ist.

Natürlich wird nicht jede Fahrt elektrisch perfekt planbar sein. Aber genau deshalb möchten wir das Thema nicht theoretisch diskutieren, sondern praktisch ausprobieren. Die Kooperation mit Car-ship gibt uns die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und moderne Mobilität im Vereinsalltag kennenzulernen.

Vorteile für Ehrenamt und Tourenplanung

Als Fahrzeugpate profitiert die Sektion außerdem von einigen zusätzlichen Möglichkeiten. Für langfristige Planungen besitzen wir ein Vorbuchungsrecht: Termine, die weiter als drei Monate in der Zukunft liegen, können zunächst exklusiv durch die Sektion reserviert werden. Das schafft insbesondere für Tourenleiter*innen und Gruppen mehr Planungssicherheit.

Zusätzlich hat die Sektion ein Fahrguthaben bei Car-ship hinterlegt. Dieses kann für Sektionsveranstaltungen, Touren oder andere Vereinsaktivitäten genutzt werden. Registrierte Ehrenamtliche können bei entsprechenden Buchungen die Option „Dienstfahrt“ auswählen; die Abrechnung erfolgt dann über das Guthaben der Sektion. Werden Fahrtkosten auf Teilnehmende umgelegt, verrechnet die Sektion lediglich 90 Prozent der tatsächlichen Kosten weiter.

Damit möchten wir insbesondere das ehrenamtliche Engagement in der Sektion unterstützen und nachhaltige Mobilität im Vereinsleben einfacher machen.

Mobilität gemeinsam denken

Die Kooperation mit Car-ship verstehen wir deshalb nicht nur als praktische Fahrzeuglösung, sondern auch als kleines Zukunftsprojekt: Wie können wir als Verein Mobilität ressourcenschonender organisieren? Wie können wir Verkehr reduzieren, ohne auf Gemeinschaft und Bergsport zu verzichten? Und wie schaffen wir Lösungen, die im Alltag tatsächlich funktionieren?

Vielleicht ist EVO 1 deshalb mehr als nur ein neuer Bus. Vielleicht ist er auch ein kleiner Test dafür, wie alpine Mobilität in Zukunft aussehen könnte.