Klimaschutz: Motiv mit Logo | © Wolfgang Ehn

Klimaschutz

12.10.2026

Ergebnisse der Emissionsbilanz 2025

Um den Klimaschutz im Bergsport gezielt voranzubringen, müssen wir wissen, wo unsere größten Emissionsquellen liegen. Deshalb bilanziert der DAV seit 2022 verbandsweit seine Treibhausgasemissionen und schafft so eine belastbare Datengrundlage. Rund 50.000 t CO2-Äquivalente können wir so auf die Aktivitäten des DAV zurückführen – Tendenz fallend. Die größten Hebel liegen in der An- und Abreise sowie der Verpflegung auf unseren Hütten und Kletterhallen. 

Über 200 Sektionen haben seit 2022 mindestens einmal ihre Emissionen bilanziert, wir in Konstanz sind seit 2023 jährlich dabei. So können wir nicht nur den Energieverbrauch unserer Gebäude abbilden, sondern auch die Emissionen aus unserer Mobilität, der Verpflegung und sämtlichen Waren und Dienstleistungen, die im DAV genutzt werden. Das Ergebnis zeigt, dass vor allem die Bereiche Mobilität und Verpflegung noch großes Potenzial bieten, unsere Emissionen zu reduzieren. 

Unsere Gesamtemissionen in 2025

Im Bilanzierungsjahr 2025 verursachte unsere Sektion insgesamt 270 t CO₂-Äquivalente (CO₂e). Trotz eines Mitgliederzuwachses von erneut fast 4 % konnten wir unsere Gesamtemissionen damit um einige Tonnen CO₂ im Vergleich zum Vorjahr senken. Diese Veränderung zeigt, dass unsere umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen erste kleine Wirkungen entfalten. Gleichzeitig kämpfen wir immer noch mit Ungenauigkeiten in der Datenerfassung und -auswertung, sauber vergleichbar wird voraussichtlich erst die Bilanz des nächsten oder übernächsten Jahres.

Wo entstehen unsere Emissionen? 

Unsere Emissionen verteilen sich auf die verschiedenen Bereiche der Sektion. Dazu gehören unsere Standorte wie die Geschäftsstelle, die Kletterhalle und unsere beiden Hütten sowie verschiedenste Aktivitäten, die Emissionen verursachen.  

Den größten Anteil an unseren Emissionen macht weiterhin das Gebäude der Kletterhalle mit 82 t CO₂e aus. Bei den Hütten fällt vor allem die Verpflegung auf der Konstanzer Hütte ins Gewicht, da der Rest der Hütte für die Emissionsbilanzierung relativ gesehen autark ist (z.B. durch die eigene erneuerbare Stromversorgung unserer Kleinwasserkraftanlage und der PV-Anlage). Allgemein verursachte die Verpflegung in allen Sektionsbereichen fast 30 % unserer Emissionen (78t). Die gesamte Mobilität im Verein (Anreise zu Touren, Kursen, Gruppenstunden, Gremiensitzungen, Arbeitseinsätzen, etc.) fällt mit etwa 43 Tonnen immer noch hoch aus.

Unsere größten Hebel 

Die Emissionsbilanz zeigt uns, wo wir den größten Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Für unsere Sektion liegen die wichtigsten Handlungsfelder weiterhin in: der energetischen Sanierung der Kletterhalle, der Mobilität und eben auch, so emotional und schmerzhaft es in der Auseinandersetzung miteinander werden wird und auch schon ist, in der Verpflegung.

Daraus ergeben sich folgende Ansatzpunkte für unsere Sektion:  

  • Mobilität: Hier können wir gemeinsam weiterhin viel erreichen, wenn wir die Anreise zu Sektionsveranstaltungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder der Nutzung unserer Car-Sharing-Angebote gestalten und/oder unsere Bergziele anpassen.
  • Verpflegung: Mit regionalen, saisonalen und stärker pflanzenbasierten Angeboten können wir diesen Bereich klimafreundlicher gestalten.
  • Infrastruktur Kletterhalle: Im Kletterwerk haben wir in diesem Jahr schon mehrere große Sanierungsmaßnahmen vorgenommen. Nach einer Energieberatung wurde die Heizungsanlage optimiert (wir sind an der Nahwärme der Stadt Radolfzell angeschlossen und gehören ab 2027 als einer der ersten Bezirke zum neuen Klärwerk-Wärmenetz), außerdem haben wir einen PV-Speicher angeschafft, um uns noch autarker vom Strommarkt zu machen.

Nicht alle Emissionen lassen sich kurzfristig vermeiden. Die Bilanz hilft uns jedoch, Prioritäten zu setzen und unsere Maßnahmen dort zu konzentrieren, wo sie den größten Effekt haben. Gerade im Bereich Infrastruktur der Kletterhalle werden wir einige Maßnahmen erst in den nächsten Jahren in der Bilanz sehen. Viele Maßnahmen, die wir einfach mit Geld bzw. Sanierung/Umrüstung umsetzen können, machen wir aktuell schon bzw. sind in Planung. Andere Maßnahmen, wie die Reduzierung von Emissionen in der Mobilität und der Verpflegung erfordern eine Gemeinschaftsleistung und vor allem Verhaltensänderungen jedes und jeder Einzelnen, die am Vereinsleben teilnehmen. Verhaltensänderungen bedeuten jedoch nicht automatisch Verzicht, eine Anreise mit dem Zug oder ein vegetarisches Menü auf der Hütte eröffnen uns auch neue Erfahrungen und überraschen vielleicht durch ihre Einfachheit und Qualität.

Best Practices im Klimaschutz

Viele DAV-Sektionen haben bereits erfolgreiche Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt – von klimafreundlicher Mobilität mit dem Augsburger Bergbus bis hin zu Blühwiesen als Bildungsprojekt für Kinder. Die DAV-Best-Practice-Karte zeigt diese und viele weitere Projekte und Erfolgsgeschichten und bietet Inspiration für alle Sektionen. Auch einige unserer Projekte sind dort zu finden!  

Unser Fazit nach drei Jahren 

Die Emissionsbilanz schafft Transparenz und bildet die Grundlage für wirksamen Klimaschutz in unserer Sektion. Durch die regelmäßige Bilanzierung können wir also verfolgen, wie sich unsere Emissionen entwickeln und welche Maßnahmen erfolgreich sind. So leisten wir gemeinsam unseren Beitrag zu den Klimazielen des Deutschen Alpenvereins.